Medizinrecht-Fachanwälte in Coburg

Die Medizinrechtsseiten der Anwaltskanzlei Hörnlein und Feyler

Wir vertreten Patienten bei Behandlungsfehlern als Fachanwälte für Medizinrecht

Schadenersatz

Der behandelnde Arzt ist verpflichtet, die gesamte Behandlung des Patienten entsprechend dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft durchzuführen. Die einzelnen Behandlungsschritte und förderlichen Eingriffe muss er sorgfältig entsprechend den Regeln der ärztlichen Kunst vornehmen. Tut er dies nicht, so könnte ein Behandlungsfehler vorliegen, der zum Schadenersatz verpflichtet.

Die Behandlungsfehler lassen sich grob in folgende Gruppen unterteilen:

Aufklärungsfehler

Verstoß gegen die Pflichten zur Aufklärung über Ausmaß, Folgen und mögliche Komplikationen der geplanten Behandlung, über das Verhalten nach dem ärztlichen Eingriff, um weitere Gesundheitsschäden zu vermeiden oder über wirtschaftliche Gegebenheiten und Folgen der medizinischen Behandlung.

Diagnosefehler

Fehler bei der Befunderhebung und der Diagnosestellung, z. B. wenn nicht die richtige Untersuchungsmethode, um das Vorliegen einer Krankheit abzuklären, angewandt wird oder das Vorliegen eines pathologischen Befundes übersehen wird, z.B. ein Bruch auf einem Röntgenbild oder das Bestehen eines Tumors etc.

Therapiefehler

Auswahl einer falschen Behandlungsmethode, die nicht zum Erfolg führt, Fehler unmittelbar während der Behandlung, z. B. das Durchtrennen von Nerven während einer Operation aufgrund nicht notwendiger Ausweitung des OP-Gebietes, Zurücklassen von Hilfsmitteln im Körper des Patienten, falsche Schnittführung bei der Operation etc.

Fehler bei der Organisation (Organisationsverschulden)

Dies betrifft insbesondere die Organisation von Krankenhäusern, medizinischen Versorgungszentren und größeren Praxen. Ein Organisationsverschulden liegt zum Beispiel dann vor, wenn aufgrund mangelhafter personeller oder technischer Ausrüstung auf Notfälle nicht mit der notwendigen Schnelligkeit reagiert werden kann.

Ist der vorliegende Fehler derart gravierend, dass er aus objektiver Sicht nicht mehr verständlich erscheint, weil er einem Arzt schlechterdings nicht unterlaufen darf, liegt ein so genannter grober Behandlungsfehler vor. In diesem Fall muss im gerichtlichen Verfahren nicht wie sonst der geschädigte Patient beweisen, dass seine Schäden von dem Behandlungsfehler herrühren. Es wird aufgrund der eintretenden Beweislastumkehr vermutet.

Ein Behandlungsfehler, für den letztendlich der Arzt oder/und der Krankenhausträger haftet, liegt jedoch nicht nur beim Handeln eines Arztes direkt, sondern auch bei fehlerhaftem Handeln des OP-/ Pflegepersonals im Krankenhaus oder auch in einer Praxis vor.

Der Behandlungsfehler ist zu unterscheiden von einem bloßen schicksalhaften Verlauf der Behandlung, konnte also der behandelnde Arzt trotz Anwendung der erforderlichen Sorgfalt und des aktuellen medizinischen Wissens seines Fachgebietes die negativen gesundheitlichen Folgen nicht vermeiden, liegt in der Regel kein Behandlungsfehler vor.

Liegt jedoch ein Behandlungsfehler vor, dann stehen dem Patienten Ansprüche auf Zahlung von Schadenersatz und Schmerzensgeld zu. Der Schadenersatz umfasst den Ersatz sämtlicher materieller Schäden zum Beispiel Zuzahlungen zu Behandlung, Verdienstausfall, Haushaltsführungsschaden etc.

Schmerzensgeld

Das Schmerzensgeld hat die Funktion, die immateriellen Schäden auszugleichen, also die Schäden, die sich nicht direkt in einer Vermögenseinbuße niedergeschlagen. Es soll eine Kompensation für die erlittenen und bestehenden Lebensbeeinträchtigungen und eine Genugtuung hinsichtlich der erlittenen Verletzungen bieten. Für die Bemessung der Höhe des Schmerzensgeldes kommt es hauptsächlich auf die Massivität und die Dauer der erlittenen Beeinträchtigungen an. Zu berücksichtigen sind hierbei sämtliche Lebensbereiche. Relevant sind alle Beeinträchtigungen, die aufgrund des Behandlungsfehlers sowohl im Arbeitsleben, im Haushalt, als auch in der Freizeit bestehen.

Häufig kommt es bei gravierenden Behandlungsfehlern zusätzlich zu psychischen Störungen, zum Beispiel Depressionen oder Angstzuständen. Die etwa dazu führen, Vor allem dann, wenn der Patient seinen Beruf nicht mehr ausüben kann und auch in der Freizeitgestaltung eingeschränkt ist. Auch dies ist bei der Schmerzensgeldbemessung erhöhend zu berücksichtigen.